Viele Unternehmen müssen aufgrund des Virus eine Zwangsschließung ihrer Geschäfte vornehmen und erleiden damit einen großen wirtschaftlichen Schaden. Der Staat sowie unser Bundesland Niedersachsen versuchen die Auswirkungen für Unternehmen durch verschiedene Maßnahmen zu mildern. Wir als Ihr Steuerberater versuchen hier Ihre Möglichkeiten zusammen zu tragen, um gemeinsam mit Ihnen die Krise bewältigen zu können. Bei Fragen stehen wir Ihnen gern per E-Mail oder Telefon zur Verfügung. Es kann allerdings aufgrund der aktuellen Lage dazu kommen, dass Sie nicht sofort eine Antwort erhalten. Wir bemühen uns jedoch, Ihre Fragen in möglichst kurzer Zeit alle vollständig zu beantworten.

0.) Aktualisierungen (neueste zuerst)

08.04.2020

  • ab 10 Mitarbeitern neuer KfW-Schnellkredit 2020 mit 100% Haftungsfreistellung (=Staat übernimmt anstelle der Hausbank das Ausfallrisiko) ohne weitere Kredit-Risikoprüfung
    Mit einem Darlehen in Höhe von drei Monatsumsätzen – maximal 500.000 Euro (bei 11 bis 49 Mitarbeitern) bzw. 800.000 Euro (ab 50 Mitarbeitern) soll schnelle Liquiditätshilfe gewährt werden. Zurzeit ist noch keine Beantragung möglich, die KfW arbeitet daran, die Antragswege für den Schnellkredit schnellstmöglich bereitzustellen.
    https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_578176.html
  • Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ) übernimmt für kleine und mittlere Unternehmen sowie Freiberufler die Kosten für Unternehmensberatungsleistungen, die zur Bewältigung der Corona-Krise in Anspruch genommen werden bis zur Höhe vom maximal 4.000 € zu 100%. Darunter fällt auch die betriebswirtschaftliche Beratungsleistung Ihres Steuerberaters.
    https://www.bafa.de/DE/Wirtschafts_Mittelstandsfoerderung/Beratung_Finanzierung/Unternehmensberatung/unternehmensberatung.html?nn=8062106
  • Definition Liquiditätsengpass: Ein Liquiditätsengpass liegt vor, wenn infolge der Corona-Pandemie die fortlaufenden Einnahmen aus dem Geschäftsbetrieb voraussichtlich nicht ausreichen, um die Verbindlichkeiten in den auf die Antragstellung folgenden drei Monaten aus dem fortlaufenden erwerbsmäßigen Sach- und Finanzaufwand (bspw. gewerbliche Mieten, Pachten, Leasingraten) zu zahlen. Private und sonstige (= auch betriebliche) liquide Mittel müssen nicht (mehr) zur Deckung des Liquiditätsengpasses eingesetzt werden.

06.04.2020

  • 450-Euro-Minijobber dürfen mehr arbeiten, als ursprünglich vereinbart wurde. In Zeiten von Corona kommt es vor, dass Kollegen erkranken oder unter Quarantäne stehen. Daher darf in der Zeit vom 01.03.2020 – 31.10.2020 die monatliche Verdienstgrenze von 450 € überschritten werden, sofern der höhere Verdienst nur gelegentlich und nicht vorhersehbar gezahlt wird.
  • Notfall-Kindergeldzuschlag für Alleinerziehende und Familien, die aufgrund geringeren Einkommens aufgrund der Corona-Epidemie in Not geraten. Beantragung ab 01.04.2020 unter
    https://www.bmfsfj.de/kiz
  • Die Veranlagung der IHK-Beiträge Lüneburg-Wolfsburg für 2020 werden bis in den Herbst 2020 automatisch ausgesetzt. Herabsetzungswünsche aufgrund absehbar niedrigerer Ergebnisse in 2020 werden jetzt schon angenommen und verarbeitet.
    https://www.ihk-lueneburg.de/service/ueber-uns/formular-service-4423266
  • Für Betriebe, die aufgrund behördlicher Anordnung geschlossen wurden, verzichtet die GEMA solange auf die Gebühren und lässt die Verträge ruhen und zwar rückwirkend ab dem 16.03.2020.
    https://www.gema.de/musiknutzer/coronavirus-kundenunterstuetzung/
  • Bei Kurzarbeitergeld wird ein Zuverdienst in systemrelevanten Branchen und Berufen nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet. Dies gilt, sofern der Arbeitslohn aus der Hauptbeschäftigung zusammen mit dem Kurzarbeitergeld und dem Zuverdienst das normale Bruttoeinkommen nicht überschreitet in der Zeit vom 01.04.2020 – 31.10.2020.
  • Für Rentner gelten im Jahr 2020 höhere Hinzuverdienstgrenzen
    https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Rente/In-der-Rente/Hinzuverdienst-und-Einkommensanrechnung/hinzuverdienst-und-einkommensanrechnung.html
  • Saisonarbeit länger möglich: vom 01.03.2020 – 31.10.2020 ist eine kurzfristige Beschäftigung jetzt für maximal 5 Monate oder 115 Arbeitstage möglich.

05.04.2020

  • Corona Prämien für Mitarbeiter werden von der Steuer und Sozialversicherung befreit
    Wollen Sie Ihre Mitarbeiter in Zeiten von Corona für ihren Einsatz extra belohnen? Nutzen Sie die neue Regelung, die dafür geschaffen worden ist. Sie gilt für Sachprämien und Sonderzahlungen  bis zur Höhe von maximal 1.500 € im Kalenderjahr 2020. Voraussetzung ist, dass diese Prämien zwischen dem 01.03.2020 und dem 31.12.2020 zusätzlich zum normalen Arbeitslohn ausgezahlt werden.
  • Für den Mittelstand wird weiteres Hilfspaket geplant, um eine Pleitewelle zu vermeiden. Laufzeiten für Kredite und deren Haftungsfreistellungen sollen dafür verbessert werden. Im Gespräch sind Kredite von bis zu 500.000 € pro Firma und die Haftungsfreistellung wird voraussichtlich 100% betragen. Das bedeutet, die KfW übernimmt das volle Haftungsrisiko für den Ausfall des Kredites und Ihre Hausbank trägt keinerlei Risiko mehr. Damit wird eine schnellere Auszahlung der Kredite angestrebt, da die Hausbank nicht mehr aufwendig ihr eigenes Ausfallrisiko prüfen muss.

01.04.2020

Die alte Förderrichtlinie Niedersachsen (Soforthilfe-Programm Niedersachsen) wird am 31.03.2020 durch zwei neue Förderrichtlinien ersetzt:

1. Förderrichtlinie Corona Soforthilfe für Kleinstunternehmen und Freiberufler (mit bis zu 10 Beschäftigten = Vollzeitäquivalent) sowie Soloselbständige
Diese können in zwei Stufen Zuschüsse in Höhe von bis zu 9.000 € (bis 5 Beschäftigte) bzw. bis zu 15.000 € (bis 10 Beschäftigte) erhalten.

2. Förderrichtlinie Corona Soforthilfe für Kleinunternehmen (11 – 49 Beschäftigte)
Auch hier erfolgt die Förderung in zwei Stufen. Unternehmen mit 11 – 30 Beschäftigten erhalten danach bis zu 20.000 €, bei 31 – 49 Beschäftigten bis zu 25.000 €.

=> Für beide Richtlinien gilt:
Es wird also nicht mehr wie zunächst geplant die Bundeshilfe zusätzlich zur Landeshilfe gewährt, sondern die Landeshilfe wird ggf. von der bereits erhaltenen Bundeshilfe abgerechnet, was ein eindeutiger Nachteil dieser Regelung ist. Auch eine Abdeckung der Lebenshaltungskosten ist ausdrücklich nicht Bestandteil der Förderung. Sollten die Lebenshaltungskosten nicht mehr gedeckt sein, kann ergänzend die Grundsicherung nach Arbeitslosengeld II beantragt werden.
Positiv ist jedoch, dass es nun nicht mehr notwendig ist, vor der Inanspruchnahme die persönlichen oder betrieblichen Rücklagen in Anspruch zu nehmen.
Außerdem soll die Antragstellung ab heute weniger bürokratisch verlaufen. Es werden nur einige wenige Informationen zur Ertragsvorausschau der kommenden Monate benötigt.

Voraussetzung ist, dass der Antragsteller versichert, dass das Unternehmen erst durch die Covid-19-Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten ist, die die Existenz bedrohen, weil die fortlaufenden Einnahmen voraussichtlich nicht ausreichen, um die Verbindlichkeiten in den auf die Antragstellung folgenden 3 Monaten aus dem fortlaufenden erwerbsmäßigen Sach- und Finanzierungsaufwand (z. B. gewerbliche Mieten, Pachten, Leasingraten) zu zahlen (Liquiditätsengpass).

Eine Antragstellung (https://www.soforthilfe.nbank.de/) muss bis spätestens 31. Mai 2020  an die Adresse antrag@soforthilfe.nbank.de erfolgen.
Eine Auszahlung soll höchstens 5 Werktage später erfolgen.
Die Zuschüsse erhöhen Ihr steuerliches Ergebnis, sind aber für Zwecke der Vorauszahlungen in 2020 nicht zu berücksichtigen.

!!! Unrichtige Angaben in den Anträgen und eingereichten Unterlagen zur Soforthilfe haben strafrechtliche Folgen für Sie !!!

Allen bisherigen Antragstellern wird die Möglichkeit eröffnet, den bereits gestellten Antrag auf die neuen Richtlinien umzustellen, da diese besser dotiert sind. Alle Betroffenen werden von der NBank angeschrieben, um weitere Unterstützung zu erhalten. Bereits erhaltene Förderungen werden jedoch angerechnet. Alle Neuanträge werden auf die neuen Richtlinien umgestellt.

31.03.2020

30.03.2020

  • auf Antrag Herabsetzung der bereits für 2020 geleisteten Umsatzsteuer-Vorauszahlung ohne Verhältnisrechnung zu den Vorjahresumsätzen; Dauerfristverlängerung bleibt bestehen
  • diverse Berufsgenossenschaften erleichtern einzelfallbezogen die Stundungsregelungen (geringere Raten, Verzicht auf Sicherheiten, Verzicht auf Zinsen)
  • Die Soforthilfe des Bundes soll ab heute für Niedersachsen ebenfalls über die NBank beantragt werden können. Auf der Homepage der NBank befindet sich noch der Hinweis, dass für das Antragsverfahren des Bundes noch keine Formulare zur Verfügung stehen. Der entsprechende Link wird hier später ergänzt.
  • finanzielle Förderung für die Einrichtung von Homeoffice-Arbeitsplätzen für kleine und mittlere Unternehmen sowie Handwerksbetriebe (bis zu 50% Kostenerstattung einer unterstützenden Beratung durch ein vom BMWi autorisiertes Beratungsunternehmen)
    https://www.innovation-beratung-foerderung.de/INNO/Redaktion/DE/Kurzmeldungen/Aktuelles/2020/200320-go-digital-homeoffice.html

ab hier zuletzt aktualisiert am 27.03.2020 um 13.00 Uhr

1.) Steuerliche Hilfen

Steuerlich können Unternehmen, die unmittelbar und nicht unerheblich vom Coronavirus betroffen sind (unabhängig von der Unternehmensgröße), folgende steuerlichen Hilfen bis zum 31.12.2020 in Anspruch nehmen, um ihre Existenz zu sichern und ihre Liquidität zu verbessern:

    1. Erleichterte und zinslose Stundung von Steuerschulden beim Finanzamt (sogar Umsatzsteuer), voraussichtlich für 3 Monate
    2. Vollstreckungsaufschub für Lohnsteuer und Kapitalertragsteuer
    3. Herabsetzung von Steuervorauszahlungen (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer) im Zweifel auf 0,00 €
    4. Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen
    5. Erlass von Säumniszuschlägen zwischen 19.03.2020 und 31.12.2020
    6. Berichtigung der Umsatzsteuer, sofern Entgelt uneinbringlich geworden ist
    7. Herabsetzung der bereits für 2020 geleisteten Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung
      im Verhältnis, in dem die voraussichtlichen Umsätze 2020 hinter denen aus 2019 zurückbleiben, ggf. sogar auf 0 €

Möchten Sie hiervon Gebrauch machen, rufen Sie uns gern an. Wir werden die Details mit Ihnen besprechen.
Wir wünschen Ihnen eine gute Gesundheit und hoffen, dass Sie die Krise wirtschaftlich unbeschadet überstehen!

2.) Wirtschaftliche Hilfen

Weitere wirtschaftliche Hilfen, die Sie in Anspruch nehmen können sind:

  1. Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 30.09.2020, sofern die Schwierigkeiten durch verspätete öffentliche Hilfen/Kredite entstanden sind
    https://www.bmjv.de/SharedDocs/Zitate/DE/2020/031620_Insolvenzantragspflicht.html
  2. Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen März bis Mai 2020, sofern durch sofortige Einziehung ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten zu erwarten sind und der Anspruch nicht gefährdet ist. Der Antrag ist bei den jeweiligen Krankenkassen einzeln zu stellen
  3. Vertraglich wird ein befristetes Corona-Leistungsverweigerungsrecht bis zum 30.06.2020 gesetzlich etabliert. Damit sollen Verbraucher nicht von der Grundversorgung abgeschnitten werden können, wenn sie vorübergehend nicht zahlungsfähig sind. Es gilt auch für Kleinstunternehmer mit bis zu 9 Beschäftigten, sofern das Dauerschuldverhältnis bereits vor dem 08.03.2020 abgeschlossen worden ist.
  4. Deutliche Einschränkungen des Kündigungsrechts für Miet- und Pachtverhältnisse: bei Zahlungen, die eine Fälligkeit in der Zeit vom 01.04.2020 – 30.06.2020 haben und pandemiebedingt nicht bezahlt werden können, berechtigen den Vermieter nicht zur Kündigung eines Wohn- oder Geschäftsraumes. Die Beschränkung endet mit Ablauf des 30.09.2022. Die ausstehenden Zahlungen müssen bis 30.06.2022 ausgeglichen sein, ansonsten kann dann wieder gekündigt werden.
  5. Ein vor dem 15.03.2020 abgeschlossener Darlehensvertrag von Verbrauchern kann für vom 01.04.2020 – 30.06.2020 fällig werdende Tilgungen und Zinsen für 3 Monate gestundet werden, sofern die Leistung aufgrund außergewöhnlicher Einnahmeausfälle unmöglich/unzumutbar ist. Die Vertragslaufzeit verlängert sich dann um diese 3 Monate.
  6. Erleichterungen für Teilnahme an Versammlung oder Hauptversammlung: präsenzlose virtuelle Hauptversammlung mit verkürzter Einberufungszeit (21 Tage) unter Zuhilfenahme geeigneter elektronischer Kommunikationsmittel möglich
  7. Rückwirkende Umwandlungen können mit einer Frist von 12 Monaten statt bisher 8 Monaten durchgeführt werden.

Hilfreiche Informationen und Formulare finden Sie auch im Internet unter:

3.) Kurzarbeitergeld (KUG)

a) Informationen zum Kurzarbeitergeld für Angestellte
Wenn in Folge des Corona-Virus ein Unternehmen schließen muss oder es Einschränkungen in den Arbeitszeiten gibt, kann bei der örtlichen Agentur für Arbeit Kurzarbeiter-Geld beantragt werden. Der Arbeitgeber geht mit der Auszahlung an die Angestellten in Vorleistung und erhält das gemeldete Kurzarbeitergeld dann erstattet.
Hierbei gibt es Folgendes zu beachten:
– Es sind Stundenzettel für alle Arbeitnehmer zu führen, die Kurzarbeitergeld erhalten sollen (Soll-Zeit/Ist-Zeit/KUG-Zeit)
– Gearbeitete Zeiten müssen entlohnt werden, das Kurzarbeitergeld greift nur für die ausgefallenen Zeiten
– Mindestens 10 Prozent der Belegschaft muss vom Arbeitsausfall betroffen sein
– Auch für Leiharbeiter kann Kurzarbeiter-Geld beantragt werden
– Die Sozialversicherungsbeiträge werden in dieser Zeit vollständig von der Bundesagentur für Arbeit gezahlt
– Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden wird ganz oder teilweise verzichtet
– Der Resturlaub vom Vorjahr muss verbraucht sein
– Kein Kurzarbeitergeld für Minijobber, da sie nicht sozialversicherungspflichtig sind
– Kurzarbeitergeld für Auszubildende erst nach 6 Wochen/30 Arbeitstagen
– Eine Verlängerung des Bezugs von Kurzarbeiter-Geld kann von 12 Monate auf 24 Monate verlängert werden
https://www.arbeitsagentur.de/news/kurzarbeit-wegen-corona-virus

b) Antragsformulare unter Downloads auf folgender Seite
https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/kurzarbeitergeld-uebersicht-kurzarbeitergeldformen

c) weitere Informationen zum Kurzarbeitergeld unter finanzielle Hilfen – Kurzarbeitergeld
https://www.arbeitsagentur.de/Fragen

oder auch unter Youtube unter:
1. https://www.youtube.com/Voraussetzungen
2. https://www.youtube.com/Verfahren

4.) Informationen zum Milliarden-Hilfsprogramm und Schutzschild der Bundesregierung

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Corona-Schutzschild/2020-03-13-Milliarden-Schutzschild-fuer-Deutschland.html

5.) Informationen zur Soforthilfe

a) Im Land Niedersachsen wird die Liquiditätssicherung für kleine gewerbliche Unternehmen, Freiberufler, Soloselbständige (auch Künstler und Kulturschaffende) und Startups (, die kürzer als 5 Jahre bestehen) durch freiwillige, nicht zurückzuzahlende Zuschüsse, die von der NBank ausgezahlt werden, unterstützt. Diese Hilfe kann elektronisch über das Kundenportal der NBank beantragt werden, sofern eine existenzbedrohende Wirtschaftslage und/oder nach dem 11.03.2020 eingetretene Liquiditätsengpässe vorliegen. Die Soforthilfe wird nur einmal je Unternehmen/Antragsteller gewährt und richtet sich in der Höhe nach der Anzahl der Beschäftigten (JAE= Anzahl der während eines Jahres in Vollzeit beschäftigten Arbeitnehmer ohne Auszubildende und mitarbeitende Eigentümer/Teilhaber). Die Förderung wird als Billigkeitsleistung gewährt und wird mit Bewilligung ausgezahlt. Vor Inanspruchnahme der Soforthilfe ist verfügbares liquides Privat-/Geschäftsvermögen einzusetzen (Ausnahme: langfristige Altersversorgung und Lebensunterhalt). Es darf keine bereits eingetretene Insolvenz vorliegen.
Es ist ein Nachweis zu erbringen, dass eine Unternehmung vorliegt durch Handelsregisterauszug, Gewerbeanmeldung, Bestätigung fer Anmeldung der Selbständigkeit beim Finanzamt oder ähnliches.

Bitte fordern Sie das Geld erst an, wenn es tatsächlich benötigt wird, es ist genug für alle da. Seien Sie solidarisch, die Härtefälle müssen zuerst versorgt werden!

Die Soforthilfe beträgt gestaffelt nach Betriebsgröße:

  • bis 5 Beschäftigte (JAE) :    3.000,00€
  • bis 10 Beschäftigte (JAE):   5.000,00 €
  • bis 30 Beschäftigte (JAE): 10.000,00 €
  • bis 49 Beschäftigte (JAE): 20.000,00 €

Beantragung von Liquiditätshilfen bei der NBank (für kleine, mittlere und Kleinstunternehmen):
seit Mittwoch, den 25.03.2020
https://www.nbank.de/Blickpunkt/Covid-19—Beratung-für-unsere-Kunden.jsp

Antragsformular unter
https://www.soforthilfe.nbank.de/

Bitte füllen Sie das Antragsformular elektronisch aus und übersenden Sie es elektronisch ohne Unterschrift!
Nur so sind kurze Bearbeitungszeiten seitens der NBank gewährleistet.

!!! Unrichtige Angaben in den Anträgen zur Soforthilfe des Landes und des Bundes haben strafrechtliche Folgen für Sie !!!

Daneben gewährt die NBank weitere Kredite, um auftretende Liquiditätsengpässe kleiner und mittlerer Unternehmen zu überbrücken, die aufgrund der Corona-Epidemie für Sie besonders günstige Konditionen enthalten, z. B. den Niedersachsen-Liquiditätskredit mit 5.000 € – 50.000 € über 10 Jahre (davon 2 Jahre tilgungsfrei) ohne Besicherung mit 100% Auszahlung.

b) Der Bund sieht ebenfalls ein Soforthilfe-Zuschussprogramm für Kleinstunternehmer (bis max. 10 Beschäftigte), Freiberufler und Soloselbständige vor, die in eine existenzbedrohliche Wirtschaftslage und/oder Liquiditätsengpässe geraten sind. Insolvenzen und Entlassungen durch die Corona-Epidemie sollen hiermit vermieden werden. Das Bundeskabinett hat folgende Eckpunkte als freiwillige Leistung ohne Rechtsanspruch für bisher solvente Unternehmer/Unternehmen beschlossen:

  • bis zu 5 Beschäftigten:  9.000,00 € als Einmalzahlung für 3 Monate
  • bis zu 10 Beschäftigte: 15.000,00 € als Einmalzahlung für 3 Monate

Das Programm wurde am 23.03.2020 beschlossen. Die Mittel sollen über die Länder bereitgestellt werden und können in einem zweiten Schritt ergänzend zum Landeszuschuss beantragt werden, wenn ein entsprechender Bedarf begründet werden kann. Eine Überkompensation ist zurückzuzahlen. Bei der Steuerveranlagung zur Einkommen- oder Körperschaftsteuer ist der Zuschuss gewinnwirksam zu berücksichtigen. Es kann im Nachhinein zu einer Überprüfung kommen, ob eine Überkompensation vorlag.

Wann und wo die Mittel elektronisch konkret beantragt werden können, ist zurzeit noch nicht bekannt. Weitere Infos gibt es unter:
www.bmwi.de und www.bundesfinanzministerium.de

c) Maßnahmen der KfW Sonderprogramm 2020 (z. B. für Investitionen und Betriebsmittel) und der Bürgschaftsbanken wickeln in der Regel Ihre Hausbanken ab!
Ein Faktenblatt zum KfW Sonderprogramm 2020 finden Sie unter:
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/F/faktenblatt-kfw-sonderprogramm.pdf

d) weitere Infos zu finanziellen Hilfen auch bei der IHK unter:
https://www.ihk-lueneburg.de/produkte/beratung-und-service/international/corona-virus/finanzielle-hilfen

6.) Zuschüsse für Unternehmensberatung

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gewährt Zuschüsse zur Unternehmensberatung, insbesondere Beratungsförderung für Unternehmen in Schwierigkeiten. Ziel ist es, die wirtschaftliche Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens zu erhalten/wiederherzustellen. Es werden Beratungskosten bis zu 3.000 € mit 90% gefördert.

7.) Hotlines für Unternehmen:

Infotelefon des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums zur Corona-Epidemie
Telefon: 0511/120 5757
Montag – Freitag
8:00 bis 20:00 Uhr

Bundeswirtschaftsministerium zu allgemeinen wirtschaftsbezogenen Fragen zum Coronavirus
Telefon: 030/18615 15158
Montag – Freitag
9:00 bis 17:00 Uhr

Bundesagentur für Arbeit (Kurzarbeitergeld)
Telefon: 0800/45555 20

Hotline der KfW (Unterstützung für Unternehmen):
Telefon: 0800/539 9001 (kostenfreie Servicenummer)
Montag – Freitag
8:00 bis 18:00 Uhr

Förderberatung der NBank
Telefon: 0511/30031 333

Niedersächsisches Wirtschaftsministerium für Unternehmen in Schwierigkeiten:
Telefon: 0511/120 8404 Frau Renk
Telefon: 0511/120 7872 Frau Göhner

Niedersächsisches Wirtschaftsministerium für Mittelstand und Handwerk
Telefon 0511/120 5603 Frau Saß

8.) Notfallplan

Denken Sie über die betriebliche Notfallplanung nach. Was ist zu tun, wenn Sie oder Ihre Führungskräfte erkranken.

Wer erledigt die betriebsnotwendigen Aufgaben und überwacht diese?

  • Vollmachten für die Firmenkonten
  • rechtsverbindliche Verträge unterzeichnen
  • Angebote und Rechnungen schreiben
  • Rechnungen prüfen
  • Zugang zu Passwörtern und Kundendaten
  • Vertretungsregelungen
  • Fernzugriff/Homeoffice für den Ernstfall
  • Verfahrensdokumentation, Arbeitsanweisungen etc. um sich schnell in die Prozesse einzuarbeiten

Das alles sind Punkte, die Sie bedenken und vorbereiten müssen, damit der Betriebsablauf so gut wie möglich gewährleistet ist. Sprechen Sie uns gerne an, bei Themen wie Videokonferenzen und digitalen Lösungen können wir Ihnen mit unserem Know-how zur Seite stehen.

9.) Krankenversicherung

Reduzierung der Beiträge zur freiwillig gesetzlichen Krankenversicherung
Können freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherte hauptberufliche Selbstständige beim Wegbrechen ihrer Aufträge ihre Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung reduzieren?

Derzeit wird geprüft, wie das heute geltende Beitragsermäßigungsverfahren in der gesetzlichen Krankenversicherung für Selbstständige aufgrund der Corona-Krise erleichtert bzw. angepasst wird.

Bis auf Weiteres gilt Folgendes:
Nach dem geltenden Recht sind schon heute bei Veränderungen der Einkommen Reduzierungen der Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung möglich. Selbst wenn der Selbstständige weniger oder gar kein Einkommen hat, gilt für die Berechnung der Beiträge im Jahr 2020 die monatliche Mindesteinnahme von 1.061,67 Euro. Bei sich verändernden Einnahmen um mehr als 25 Prozent können in der gesetzlichen Krankenkasse versicherte hauptberufliche Selbstständige bei ihren Krankenkassen bereits heute eine Beitragsermäßigung beantragen. Das reduzierte Arbeitseinkommen muss aber nachgewiesen werden.

Bei den Krankenkassen sind entsprechende Formulare erhältlich.

Ein Antrag auf Beitragsentlastung wirkt sich heute immer erst ab dem Folgemonat der Antragstellung aus.

10.) Weiter in Planung (in Niedersachsen noch nicht umgesetzt 27.03.2020)

  • Verlängerung der Abgabefristen für Umsatzsteuer-Voranmeldungen und Lohnsteueranmeldungen
  • grundsätzliche Umstellung auf quartalsweise Umsatzsteuer-Voranmeldungen
  • Fristverlängerung für die Abgabe von Steuererklärungen 2018 bis 31.05.2020
  • Schutz der Darlehensnehmer eventuell auf Kleinstunternehmer ausweiten
  • rückwirkende Anpassung der Steuer-Vorauszahlungen für 2019, wenn in 2020 mit Verlusten zu rechnen ist, die rücktragsfähig sind

(Dieser Beitrag erschien zuerst auf:
https://www.die-steuern.de)